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Das Duo


Munis und Tunis
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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 202 mal aufgerufen
 Geschichten
munis Offline

Admin


Beiträge: 8.392

19.02.2007 21:44
Funtexte antworten

Aus dem Tagebuch eines Studenten
1. Semester
04.45 Uhr: Der Quarz-Timer mit Digitalanzeige gibt ein zaghaftes „Piep-Piep” von sich. Bevor sich dieses zu energischem Gezwitscher entwickelt, sofort ausgemacht, aus dem Bett gehüpft. Fünf Kilometer Jogging um den See, mit einem Besoffenen zusammengestoßen, anschließend eiskalt geduscht.

05.15 Uhr: Beim Frühstück Zeitung gelesen, dann noch einmal Mathe-Mitschrift vom Vortag durchgelesen. Danach kritischer Blick in den Spiegel: Outfit genehmigt.

07.45 Uhr: Zur U-Bahn gehetzt, fünfmal umgestiegen, nach anderthalb Stunden Odyssee endlich den Hörsaal erreicht. Verdammte U-Bahn-Baustelle. Pech gehabt: erste Reihe schon besetzt. Niederschmetternd. Beschlossen, morgen noch eher aufzustehen.

08.30 Uhr: Vorlesung. Keine Disziplin! Einige Kommilitonen lesen den Sportteil der Zeitung oder gehen frühstücken. Alles mitgeschrieben. Füller leer, aber über die Witzchen des Professors mitgelacht.

10.15 Uhr: Nächste Vorlesung. Verdammt! Extra neongrünen Pulli angezogen, aber trotz eifrigem Fingerschnippen konnte ich meine Kenntnisse nicht anbringen. Nachbar verlässt mit der Bemerkung „Sinnlose Veranstaltung” den Raum. Habe mich für ihn beim Prof entschuldigt.

12.00 Uhr: Mensa, Standardgericht 2, Karte auf 50€ aufgeladen. Nur unter größten Schwierigkeiten weitergearbeitet, da zu laut.

12.45 Uhr: In der Fachschaft gewesen. Mathe-Musterlösungen immer noch nicht fertig. Wollte mich beim Vorgesetzten beschweren. Sie haben keinen! Daran geht die Welt zugrunde.

13.00 Uhr: Fünf Leute aus meinem Semester getroffen. Gleich für drei Arbeitsgemeinschaften zur Klausurvorbereitung verabredet.

13.15 Uhr: Zentralübung. Habe den Übungsleiter auf ein paar Irrtümer hingewiesen.

15.30 Uhr: Mit den anderen in der Bibliothek gewesen. Durfte aber statt der dringend benötigten 34 Bücher nur 20 mitnehmen.

16.00 Uhr: Dreiviertelstunde im Copyshop gewesen und die Klausuren der letzten acht Jahre mit Lösungen kopiert. Dann Tutorübung. Ältere Semester haben keine Ahnung.

18.30 Uhr: An Hand einschlägiger Quellen die Promotionsbedingungen eingesehen und erste Kontakte geknüpft.

23.00 Uhr: Vorlesungsmitschriften durchgelesen und Hausaufgaben gemacht. Festgestellt: 18-Stunden-Tag zu kurz. Werde demnächst die Nacht hinzunehmen.

11. Semester
10.30 Uhr: Aufgewacht! Ach, Kopfschmerzen, Übelkeit, zu deutsch: Kater!

10.45 Uhr: Der linke große Zeh wird Freiwilliger bei der Zimmertemperaturüberprüfung. Arrgh! Zeh zurück. Rechts Wand, links kalt; Mist, bin gefangen.

11.00 Uhr: Kampf mit dem inneren Schweinehund: Aufstehen oder nicht - das ist hier die Frage.

11.30 Uhr: Schweinehund schwer angeschlagen, wende Verzögerungstaktik an und schalte das Radio ein.

12.05 Uhr: Moderator: „Guten Tag, liebe Zuhörer - guten Morgen, liebe Studenten.” Auf die Provokation hereingefallen und aufgestanden.

13.30 Uhr: Beim Schafkopfen auf den Parkbänken hinter der Mensa mein Mittagessen verspielt.

14.15 Uhr: Fünf Minuten in irgendeiner Vorlesung gewesen. Nichts los! Keine Zeitung, keine Flugblätter - nichts wie weg.

15.30 Uhr: Kurz in der Bibliothek gewesen. Nix wie raus, total von Erstsemestern überfüllt.

16.45 Uhr: In Tobis Cafe hereingeschaut. Geld gepumpt und 'ne Kleinigkeit gegessen: Bier schmeckt wieder! Kurze Diskussion mit ein paar Leuten über die neueste Entwicklung des Dollarkurses.

18.00 Uhr: Stammkneipe hat immer noch nicht geöffnet.

19.10 Uhr: Komme zu spät zum Date mit der blonden Erstsemesterin aus Kuba. Immer dieser Stress!

01.00 Uhr: Die Kneipen schließen auch schon immer früher. Umzug in die Hafentaverne.

04.20 Uhr: Tagespensum erfüllt - das Bett lockt.

04.50 Uhr: Am See von einem Erstsemester über den Haufen gerannt worden. Hat mich gemein beschimpft.

05.45 Uhr: Bude mühevoll erreicht. Insgesamt 18,50€ ausgegeben. Mehr hatte die Kleine nicht dabei.

06.05 Uhr: Schalte noch kurz das Radio ein. Stimme des Sprechers: „Guten Morgen, liebe Zuhörer, gute Nacht, liebe Studenten.”

munis Offline

Admin


Beiträge: 8.392

19.02.2007 21:47
#2 RE: Funtexte antworten

Avatare und ihre Bedeutungen

Der Einfallslose
Der Einfallslose nimmt Homer Simpson. Oder Bart. Oder Fry. Oder Bender. Oder Kenny. Oder eine andere Figur aus einer anderen Zeichentrickserie.

Motto: Mir doch egal, wenn schon 50 andere Leute Homer haben.


Der Unsichere
Der Unsichere hat jeden Tag einen neuen Avatar. Ist sich nicht sicher, ob nun dieser oder jener Avatar seine Persönlichkeit besser widerspiegelt.

Motto: Wiedererkennungswert brauche ich nicht. Man erkennt mich an meinem Schreibstil.


Der Jüngling
Der Jüngling nimmt ein Bild von Christina Aguilera. Oder Shakira. Oder Jennifer Lopez. Er ist etwa 13-15 Jahre alt, männlich, pickelig und im Stimmbruch.

Motto: Wenn ich schon selber aussehe wie ein eingetretener Briefkasten, muß wenigstens mein Avatar hübsch und vom anderen Geschlecht sein.

Der Witzbold
Der Witzbold sucht sich auf einer Funny-Gif-Seite eine Windows-Fehlermeldung oder ein Comicbild mit mindestens drei Sprechblasen. Hauptsache das Bild ist verzerrt und man kann den Text nicht lesen.

Motto: hmpffff.... Ich bin sooo lustig.


Der Kiffer
Der Kiffer hat ein Hanfblatt als Avatar. Ist etwa 15-18 Jahre alt und hält sich für ungeheuer cool. Merkt nicht, daß alle anderen über ihn lachen.

Motto: Ich habe einen Avatar von etwas Verbotenem, hihi.


Der Autonarr
Der Autonarr benutzt ein Foto von einem beliebigen Auto. Egal ob Mittelklasselimousine, Sportcoupé oder Lastwagen, Hauptsache es hat vier Räder. Den Autonarren gibt es auch in einer fortgeschrittenen Version. In diesem Fall steht eine halbnackte Frau vor dem Auto. Oder sie liegt darauf. Oder sie sitzt darin.

Motto: Ich fahre einen 87'er Polo, aber mein Avatar zeigt eine Corvette. Wenn ich eine Corvette hätte, wäre mein Avatar ein Polo.


Der Revoluzzer
Der Revoluzzer hat ein Bild von Che Guevara. Hat nicht die blasseste Ahnung, wer das war und was er geleistet hat. Hat sich von einem Klassenkameraden erzählen lassen, daß es sich angeblich um einen ägyptischen Rennfahrer handelt.

Motto: Che ist cool. Wer auch immer das ist. Wieso trägt der Typ nie einen Helm?


Der Nostalgiker
Der Nostalgiker hält ein Foto von einem C64 für einen guten Avatar. Hatte vorher einen PET, einen plus/4 und einen C16 als Bild.

Motto: Zu dumm, daß es keine brauchbaren Fotos von Eniac gibt.


Der Realist
Der Realist benutzt ein Foto von sich selbst als Avatar. Weiß nicht, daß ein Avatar cool sein muß. Und einzigartig. Und lustig. Und bunt. Und etwas über die Persönlichkeit aussagen, sie aber nicht abbilden soll.

Motto: Eines Tages traue ich mich ein Foto von Christina Aguilera zu nehmen. Oder eins von Shakira. Oder eins von...


Der Selbstherrliche
Der Selbstherrliche sucht sich einen möglichst langweiligen Zeichensatz, schreibt damit seinen Nicknamen in einem Grafikprogramm, fummelt einige tausendmal gesehene Effekte dahinter und fertig ist der Avatar.

Motto: Ich mag mich.


Der Künstler
Der Künstler nimmt den Avatar zum Anlaß, sämtliche 3D-Renderprogramme, Grafikeffekte, Filter und Tools zu benutzen, die er auftreiben kann. Achtet peinlich genau darauf, daß die Hintergrundfarbe stimmt. Führt seitenlange Diskussionen über Transparenzeffekte, Farbtiefe und Layer. Braucht mindestens drei Tage, um allein die Grundstruktur seines Meisterwerkes fertigzustellen.

Motto: Man soll doch sehen, was ich kann.


Der Unentschlossene
Der Unentschlossene hat schwarzen Text auf weißem Grund. Er weiß nicht so recht, was er nehmen soll, will aber nicht darauf verzichten, einen Avatar zu haben.

Motto: Eines Tages fällt mir vielleicht etwas ein.


Der Musikfan
Der Musikfan sieht sich auf der Homepage seiner Lieblingsband um und nimmt das langweiligste Bild, das er dort finden kann, als Avatar. Kann stundenlang ohne jegliche Argumente die Vorzüge dieser Band anpreisen und andere Bands, die das gleiche spielen, schlechtmachen.

Motto: (beliebigen Songtext einsetzen)


Der Vernünftige
Der Vernünftige hat gar keinen Avatar.


Der unheimlich Coole
Lässt sich nen türkischen Zwangsavatar verpassen und drückt damit die soziale ungerechtigkeit des real existierenden Kapitalismus aus.

Motto: TÜRKIYE!!! TÜRKIYE!!!

munis Offline

Admin


Beiträge: 8.392

19.02.2007 21:52
#3 Tagebuch einer ICH-AG antworten


16. Juni: Habe endlich die Firma gegründet. Auf die Ausschreibung für die Stelle kam nur eine Bewerbung. Meine. Das Bewerbungsgespräch verlief positiv. Ich entspreche genau meinen Vorstellungen. Trotzdem Vorsicht: Habe vier Wochen Probezeit vereinbart.

02. Juli: Erste Zwischenbilanz nach 14 Tagen: Es läuft. Zwar noch nicht so besonders, aber doch irgendwie. Aber es wird schon, da bin ich mir einig.

26. Juli: Das Geschäft brummt! Habe eigentlich eine Woche Urlaub beantragt. Kann ich aber einfach nicht genehmigen. Muss ich mir noch sensibel nahe bringen. Aber die Kunden gehen vor.

13. August: Muss dringend mit mir übers Geld reden. Kann ja nicht so sein, dass ich einerseits Gewinn mache (Einzelheiten erfährt man ja nicht als Angestellter), während andererseits mein Gehalt stagniert. Was wäre ich denn ohne mich?

17. August: Habe mich heute früh über mich aufgeregt. Mehr Gehalt - das kann wohl nicht wahr sein. Erst mal muss ich doch Kapital ansammeln, damit ich investieren kann. Aber das werde ich mir schon noch beibringen. Wahrscheinlich muss ich die Zügel ein bisschen anziehen. Sonst komme ich noch auf die Idee, einen Betriebsrat zu bilden.

21. August: Heute früh zwei Stunden Warnstreik. Wenn ich es anders nicht kapiere, dann ziehe ich eben einen knallharten Arbeitskampf durch. Keinen Urlaub, keine Gehaltserhöhung - nicht mit mir.

22. August: Warnstreik! Na warte. Da gibt's eine gediegene Aussperrung.

23. August: Ha, jetzt habe ich's mir gezeigt! Mit Aussperrung hatte ich nicht gerechnet. Aber die Firma kann sich keine Pause leisten. Deshalb brauche ich einen Streikbrecher. Am besten mich, ich kenne mich ja aus. Ich als Streikbrecher - da werde ich Augen machen.

26. August: Habe mit eigenen Ohren gehört, wie ich mich "Dummes Schwein" genannt habe. Habe es mir sofort gemeldet, denn den Chef zu beleidigen stört eindeutig den Betriebsfrieden.

27. August: Die Beleidigung hat Folgen - habe mir eine Abmahnung erteilt. Noch einmal, und ich bin entlassen.

17. September: Seit dem Streikbrecher-Einsatz und der Abmahnung ist Ruhe in der Firma - kein Gemecker mehr, keine Gehaltsforderungen. Man muss eben mal die Instrumente zeigen.

21. Oktober: Ich gehe an die Börse. Wenn schon Ich-AG, dann richtig. Spiele mit dem Gedanken, alle Aktien selbst zu kaufen, damit mir keiner reinquatschen kann.

03. November: Der Börsengang war ein voller Erfolg. Die Aktien gingen weg wie warme Semmeln. Bin allen anderen möglichen Käufern zuvorgekommen. Tja, clever muss man sein. Jetzt bin ich nicht nur Inhaber und Geschäftsführer, sondern auch Vorstandsvorsitzender. Und Vorsitzender des Aufsichtsrates.

14. Dezember: Irgendwie klemmt das Geschäft im Moment. Liegt es am Wetter? Oder an der Vorweihnachtszeit?

16. Dezember: Jetzt weiß ich, woran es liegt: Die Lohnnebenkosten sind zu hoch. Habe mir das unmissverständlich klargemacht. Ja, wenn ich ein Osteuropäer wäre, da wär's vielleicht billiger. Aber so - ich habe zu hohe Ansprüche.

03. Januar: Musste mir eine Gewinnwarnung geben. Jetzt regt sich der Aktionär auf. Und der Aktienkurs fällt. Da werde ich wohl am Personal sparen müssen.

04. Januar: Kurzarbeit. Das fehlte noch. Andererseits - ich könnte mich nach einem Nebenjob umsehen. Vielleicht mache ich auch Schwarzarbeit bei mir.

07. Januar: Habe mich heute entlassen. Der Aktionär jubelt - der Kurs ist kurzzeitig nach oben geschnellt. Shareholder value ist eine tolle Sache.

12. Januar: Habe viel Zeit. Werde noch eine Firma gründen, gehe damit auch an die Börse, kaufe mir gegenseitig die Anteile weg. Das erzeugt Nachfrage und jagt den Kurs hoch. Obwohl - vielleicht sind das verbotene Insidergeschäfte? Egal, Hauptsache es bringt Gewinn. Außerdem, wenn ich dicht halte, kommt es nie raus.

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